„Im Normalbetrieb dezent im Hintergrund, im Ernstfall klar und unmissverständlich.“ Lars Hüni, Projektleiter SAA
Diverse Studien beweisen, dass Personen schneller und zuverlässiger auf eine Gefahr reagieren, wenn sie durch eine Sprachansage und nicht durch ein Alarmsignal gewarnt werden. Eine Elektroakustische Lautsprecheranlage (ELA) ist eine Beschallungsanlage, die zur Aussendung von akustischen Signalen über 100V Lautsprecher dient. ELA ist der Oberbegriff für Sprachalarmanalgen (SAA), Elektroakustische Notfallwarnsysteme (ENS) und Beschallungsanlagen, die zu diversen Zwecken genutzt werden können (siehe Abb. 1). Durch den Einsatz einer SAA oder eines ENS können Personen in Gefahrenzonen schnell und effizient mittels akustischer und mehrsprachiger Durchsage gewarnt und zur sofortigen Evakuierung aufgefordert werden.
Sprachalarmanlage (SAA)
SAA werden für Alarmierungs- und Evakuierungszwecke eingesetzt. Im Brandfall wird die Alarmierung automatisch über die BMA ausgelöst und rückgestellt. Dies kann auch manuell erfolgen. Die komplette SAA muss den Normen EN 54-16 (System), EN 54-4 (Speisung), und EN 54-24 (Lautsprecher) entsprechen, denn diese SAA ersetzt die akustischen Alarmierungseinrichtungen einer BMA. Die gesamte Anlage unterliegt strikten Anforderungen und Überwachungen.
Elektroakustisches Notfallwarnsystem (ENS)
ENS werden für Alarmierungs- und Evakuierungszwecke eingesetzt, aber gemäss SN EN 50849 Norm nicht für den Brandfall. In diesem Fall erfolgt die Alarmierung über die Brandmeldeanlage (BMA), da keine Verbindung zur BMA erlaubt ist. ENS nach Stand der Technik unterliegen höheren Anforderungen als beim ENS nach SN EN 50849 Norm. Aus diesem Grund darf das ENS nach Stand der Technik auch für manuelle Brandfall-Alarmierung eingesetzt werden. Diese unterliegt jedoch strengeren Vorschriften, wie beispielsweise der Verkabelung mit Sicherheitsanforderungen und einer mind. 30 Min. USV-Anlage bei Alarmierung.
Rechtzeitige Alarmierung
Sprachalarmierungsanlagen geben im Gefahrenfall über gespeicherte Sprachdurchsagen direkte Anweisungen für das richtige Verhalten. Sie stellen sicher, dass die Personen im Gebäude rechtzeitig alarmiert und auf dem direkten Weg schnell und gezielt evakuiert werden. Verwirrungen oder Personenschäden können durch gezielte akustische Information erheblich reduziert werden. Im alltäglichen Betrieb eignen sich diese Anlagen auch zur Musikbeschallung, zur gezielten Informationsweitergabe oder für Werbedurchsagen.
Eine Sprachalarmierungsanlage kann in Gebäuden für Notfallsituationen eingesetzt werden, um Personen zu veranlassen, einen Bereich schnell und geordnet zu räumen. Sie finden vorwiegend in öffentlich zugänglichen Gebäuden Anwendung, die eine hohe Anzahl an ortsfremden Besuchern aufweisen.
Sprachdurchsagen geben Fluchtwege vor, die im Evakuierungsfall benützt oder auch vermieden werden sollen.
- Zu jeder Zeit können zusätzlich von befugten Personen (bspw. Feuerwehr) Durchsagen «live» über das Mikrofon gesprochen werden.
- Durch die stufenweise Räumung der Gefahrenbereiche können die begrenzten Kapazitäten der Fluchtwege berücksichtigt und somit Panik vermieden werden.
- Personen können auch bei starker Rauchentwicklung aus dem Gefahrenbereich geführt werden.
Sprachalarmierungsanlagen für eine schnelle Reaktion bei Amoktaten
Eine Sprachalarmierungsanlage für den Einsatz bei Amoktaten kann in Gebäuden für Notfallsituationen eingesetzt werden, um Personen zu veranlassen sich in ihren Räumen zu verbarrikadieren und so zu schützen.
Diese Anlagen zeichnen sich dadurch aus, dass nicht nur die Verkehrswege mit Lautsprechern ausgestattet sind, sondern auch die einzelnen Zimmer. Die jeweiligen Lautsprecher können in Zonen aufgeteilt werden, wodurch separat alarmiert werden kann. Die Alarmauslösung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen.
Bei einem Amokalarm möchte man eine gezielte Information in vordefinierte Räume einspielen. Die Auslösung kann nicht nur von einem Punkt aus erfolgen. Auch eine weiterreichende Alarmierungskette und Informationsauslösung sollte die Anlage grundsätzlich ermöglichen. Als gute Basis kann nur die Installation einer Beschallungsanlage dienen. Diese muss gegliedert werden und soll nicht einfach flächendeckend, sondern gezielt wirken. Erfüllt sie alle diese Kriterien, so spricht man von einer Amokschutzanlage.